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Die Tar'Ilith
Die Tar’Ilith, das unsterbliche Volk – beinahe mythologische Gestalten, die Glück bringen sollen, wenn man ihnen begegnet, da ihr Erscheinen außerhalb ihrer eigenen Heimat so selten ist. Wer einem von ihnen begegnet, der soll von Asha selbst gesegnet worden sein und fortan niemals mehr Unglück erleiden und noch dazu mit einem langen Leben gesegnet werden. Und wer eine Feder der Tar’Ilith findet, dessen Taschen sollen niemals mehr leer sein, so lange sein Leben andauert.
In der Tat eine ganze Reihe von Eigenschaften, die man diesem Volke nachsagt und dies ist doch sehr erstaunlich, wenn man davon ausgeht, daß sich die Bevölkerung Shaylin’sayas weitaus lieber mit gegenseitigen Mißtrauen betrachtet als mit Ehrerbietung und Wohlwollen.
Doch sind die Tar’ilith tatsächlich unsterblich und wundertätig? Die Antwort auf die erste Frage lautet nein, allerdings gibt es bei diesem Volk ein sehr erstaunliches Phänomen, das einen Beobachter auf solcherlei Gedanken kommen lässt.
Alle 200 Jahre, wenn die Sonne Ashas an der Wende des Jahres untergeht, gehen die Tar’Ilith in Flammen auf, in denen sie sich selbst verzehren und ausgelöscht werden. Wenn die Sonne jedoch wieder aufgeht, liegt an der Stelle dieses Geschehens ein Ei, aus dem der Tar’Ilith erneut als Kind entschlüpft, um seinem Lebensanlauf mit neuer Jugend zu folgen.
So ist dies also ein wahrhaft faszinierendes Geschehen, das den Gedanken der Unsterblichkeit aufkommen lässt, jedoch auch die Frage nach dem Warum aufwirft. Nur alle 500 Jahre wird ein Tar’Ilith wirklich neu geboren, wenn die Strahlen der Sonne den Gipfel des heiligen Berges von Lii’riya berühren und den goldenen Tempel der Geburt erreichen, in dem dann das neue Ei entsteht, aus dem der Tar’Ilith schlüpfen wird.
Wer sind aber diese Tar’Ilith, die Vogelwesen mit dem Gefieder, das in der Sonne wie reine Flammen leuchtet und glüht und welchen Grund hatte Asha, diese Wesen zu erschaffen? Zunächst gelten die Tar’Ilith als die persönlichen Boten Ashas, die ihre Botschaften an einen jeden Ort überbringen, den die Göttin sich wünscht und dies ist auch der Grund für ihre Erschaffung und diese geheimnisvolle Macht der beinahe wirklichen Unsterblichkeit. Ein tiefes Wesen über den Willen und die Wege der Göttin besitzen diese Wesen, doch sie stehen unter einem Bann, der sie dazu verpflichtet, niemals ein Wort darüber zu verlieren, wenn Asha es nicht gestattet. Wenn dies dennoch geschieht, verliert ein Tar’Ilith seine Unsterblichkeit und nach dem Ablauf seiner 200 Lebensjahre wird er nicht wiedergeboren werden und seine geliebte Sonne niemals wieder erblicken dürfen.
Auch die Wundertätigkeit der Tar’Ilith ist nicht von der Hand zu weisen und so kann das gefiederte Volk einiges vollbringen, was anderen versagt bleibt und wahrhaftig ein längeres Leben schenken oder ein Wesen von der Schwelle des Todes erretten, um es an dem Wunder der Wiedergeburt teilhaben zu lassen.
Aber die Tar’Ilith sind keineswegs nur weltfremde Götterboten, die kein anderes Interesse haben, als Asha zu dienen und so beschäftigen sie sich oft mit der Kunst des Goldschmiedens, um filigrane Wunderwerke zu erschaffen, was ihren verborgenen Städten auch ihre einmalige, atemberaubende Architektur verliehen hat. Manche beschäftigen sich auch mit der Kriegskunst und der Magie, um ihr Volk und ihre Heimat vor Eindringlingen zu schützen und treten den Hütern der Sonne bei, jenem Orden der Tar’Ilith, der beeindruckende Speerkämpfer hervorgebracht hat – denn der Speer gilt als die Waffe der Göttin und wird von den Tar’Ilith im Kampf bevorzugt.
Die Tar’Ilith dienen keiner anderen Königin als Asha selbst und akzeptieren keinen weltlichen Herrscher, lediglich die Stimmen Ashas sind es, von denen sie Befehle annehmen – jene Frauen und Männer, die von der Göttin auserwählt worden sind, um ihre Botschaften zu übermitteln und in ihrem Namen über die Tar’Ilith zu regieren. Nur wenigen wird diese Ehre jemals zuteil und sie erfordert große Opfer, da eine Stimme Ashas niemals ein anderes Wesen so sehr lieben und verehren darf wie die Göttin und ihr absoluten Gehorsam schuldig ist.
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