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Die Syl'nala

Kein Wesen könnte den Wäldern Mora’veas verbundener sein als die Syl’nala und das mit gutem Grund, können sie doch an einem anderen Ort kaum existieren, da ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen wird.
So wird man einen Syl’nala nur in den seltensten Fällen in einer Stadt erblicken, ganz zu schweigen davon, dass sie Stein meiden wie eine schlimme Krankheit und einen wahrhaftigen Hass auf alles besitzen, das nicht der Natur entstammt.
Schließlich brauchen die Syl’nala die Natur, die Luft, den Boden aus dem sie sich mit ihren Wurzeln ernähren und ohne den sie zu Grunde gehen würden. Schließlich können sie keine Nahrung aufnehmen, von denen sich ein anderes Wesen ernähren würde. Ein Syl’nala, den man in ein Gefängnis aus Stein sperren würde, würde darin nach einer Weile schlicht verhungern.
Wie sind die Syl’nala, diese Mischung aus einem humanoiden Wesen und einer Pflanze also entstanden? Die Legenden sprechen davon, dass Dianare ein für ihre Begriffe vollkommenes Wesen erschaffen wollte, die perfekte Verkörperung der Natur in einem Lebewesen, das weder Tier, noch Pflanze, noch humanoid ist.
So wuchs der erste Syl’nala aus der Erde heran, gleich einer seltenen Blume oder einem Baum, konnte sich jedoch im Gegensatz zu einer Pflanze frei fortbewegen und seine Wurzeln eingraben, wo immer er es wollte.
Tatsächlich gelang ihr Vorhaben also und ähnlich einer Pflanze, die ihren Samen im Wind verteilt, erschuf der erste seiner Art weitere Kinder, die um ihn herum aus dem Boden sprossen und sich ihrerseits vermehrten, wenn die Jahreszeit dazu gekommen war.
In der Tat vermehren sich die Syl’nala also, indem sie Samen produzieren, aus dem dann weitere Syl’nala der entsprechenden Art entstehen. Dies kann jedoch nur einmal im Ablauf der Jahreszeiten geschehen, da auch die Syl’nala in dieser Zeit einen Wandel durchlaufen und währenddessen nur einmal eine fruchtbare Phase besitzen.
Syl’nala kennen dabei keine Familie, da sie weiterwandern, wenn sie ihren Samen verstreut haben und ihre Kinder auf sich allein gestellt aufwachsen müssen. So gibt es also lediglich unterschiedliche Arten der Syl’nala, die sich als verwandt ansehen.
Das Wissen wird schließlich weitergegeben, wenn ein wandernder Syl’nala auf einen jungen trifft und ihn in einem Ritual als Lehrling annimmt, der fortan von dem Wissen des Älteren lernen und profitieren wird. Dies ist eine weitaus engere Bindung, als es ein Elternteil jemals sein könnte, da die beiden für eine lange Zeit ihren Weg gemeinsam gehen werden, bis der junge Syl’nala soviel gelernt hat, dass er von nun an seinen eigenen Weg geht, um schließlich selbst einen Lehrling aufzunehmen.
Es gibt keine Städte oder Dörfer der Syl’nala, da diese nicht in Hütten oder Häusern leben, sondern in der freien Natur, Wind und Wetter ausgesetzt. Von Zeit zu Zeit wird man jedoch eine Ansammlung dieser Wesen antreffen, die gemeinsam in einer Art Bund leben, da sie eine tiefe Freundschaft füreinander besitzen.
Diese Bünde bleiben dann zumeist an einem festen Ort oder wandern gemeinsam weiter. Sollten sie wirklich an einen Ort gebunden sein, dann ist dies jedoch ein ganz besonderer – vielleicht im Umkreis eines sehr alten Baumes oder einer Stätte, die eine sehr starke, natürliche Magie ausstrahlt.
Nicht selten lebt dann ein Weiser der Syl’nala an diesem Ort – einer, der das ganze Wissen seines Volkes in sich trägt und den anderen davon berichten kann.

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