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Die Shil'varenn

Man nennt sie die Herren der Wälder und diese Bezeichnung ist keineswegs irreführend, sind doch die Shil’varenn jenes Volk, das sich über Mora’vea am meisten ausgebreitet hat und am ehesten eine Führerrolle einnehmen kann. So entstammten Sternenkönig oder –königin schon seit dem Anbeginn Shaylin’sayas diesem edlen Volke, das die Wälder Mora’veas beherrscht und zu dem sich beinahe alle anderen Völker dieses Kontinentes wenden, wenn sie Rat und Beistand suchen.
Doch nicht alle sind den Shil’varenn freundlich gesonnen – schon seit den ersten Atemzügen dieses Volkes neiden die Caras’kir den Shil’varenn ihre Stellung und trachten danach, selbst die Stelle der stolzen Herren der Wälder einzunehmen. So bekämpfen sich Shil’varenn und Caras’kir, wann immer sie der anderen ansichtig werden.
Man mag sich die Frage stellen, was die Shil’varenn über die anderen Völker erhebt und zunächst erscheint die Antwort darauf unklar, möchten sie selbst doch nicht als überlegen angesehen werden. Ein genauerer Blick bietet jedoch die Erklärung, die im Verborgenen zu liegen scheint.
Die Shil’varenn sind überlegene Krieger, die vehement für all das kämpfen, was sie lieben und ehren und füllen damit die Rolle der Hüter, für die sie von Dianare bestimmt worden sind, mit Hingabe und Perfektion aus. Niemand kommt dem Können eines Shil’varenn, der mit einem Langbogen bewaffnet ist nahe und die Idee, dass etwas Besonderes diese Waffen so zielsicher macht, liegt nahe. So trägt das Holz eines jeden Langbogens eines geweihten Shil’varenn Kriegers nicht nur die feinen, ineinander verwobenen Schnitzereien, sondern auch die Seelen eines jeden Kriegers, der ihn jemals im Kampfe geführt hat.
Diese Bögen sind Erbstücke, die von den Meistern an ihre Schüler weitergegeben werden, wenn sie Shaylin’saya in ihrer sterblichen Form verlassen und sie enthalten das Können und das Wissen dieser Meister tief im Inneren ihres Holzes.
Wahrhaftige Magie wohnt also in ihnen, Magie, die von Dianare gegeben worden ist, um alles zu schützen, was ihr am Herzen liegt und dies macht die traditionsbewussten Hüter zu solch starken Gegnern.
Eine Legende der Shil’varenn berichtet sogar davon, dass die Seelen der Meister diese Waffen verlassen werden, wenn Mora’vea eine große Gefahr und die endgültige Vernichtung durch Feindeshand droht.
Doch der Krieg ist nicht die bestimmende Macht im Leben eines Shil’varenn. Die Natur und die Liebe zur Natur bestimmen ihn zu jeder Zeit und geben seinem Leben Sinn und Richtung. So ist er in der Lage mit den Tieren und den Pflanzen des Waldes zu kommunizieren und besitzt eine telepathische Verbindung zu den anderen Angehörigen seines Volkes. Die Frauen der Shil’varenn sind gar dazu in der Lage, sich jederzeit auf magische Weise zu tarnen, wenn sie sich im Wald bewegen und nehmen durch eine leichte Bewegung das Aussehen eines Blattes oder einer Pflanze an, während die Männer das Talent besitzen, ihre bevorzugte Tiergestalt anzunehmen.
Ein jeder der Shil’varenn ist Mitglied der großen Familie dieses Volkes, die keine einzelnen Familien kennt. Zu frei leben diese Wesen in den Weiten des Waldes, hoch oben auf den Bäumen und viele wissen nicht einmal, wer ihr Vater gewesen ist.
Der Grund dafür ist das Fest der Mittsommernacht, jene magische Zeit in jedem Ablauf der Jahreszeiten, in der alle Shil’varenn sich zu großen Festen über ganz Mora’vea versammeln. Bei diesem Festen empfangen die Frauen die Kinder der Shil’varenn von einem Geliebten, den sie sich für diese Nacht erwählen und den sie vielleicht noch niemals zuvor gesehen haben, wandern die Shil’varenn doch über den Kontinent, um ihre Bestimmung zu finden und den Ort, an den sie berufen werden, um fortan von dort aus zu dienen.
So gibt es zwar Städte der Herren des Waldes, prachtvolle Städte, die vollkommen aus der Natur gewachsen zu sein scheinen und die beinahe ein Wunder sind, doch viel häufiger sind ihre Baumhaussiedlungen, die sich durch alle Wälder Mora’veas ziehen und die sie immer dann verlassen, wenn es an der Zeit ist, weiter zu ziehen. Ein Nachfolger, der dieses Heim übernimmt, ist schließlich niemals fern.

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