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Die Sarani
‚Die Wahrheit erkennst Du nur, wenn Du in den Spiegel siehst.’ – dieses Sprichwort ist auf Sidan’vea sehr gut bekannt und sein Ursprung bezieht sich auf das Volk der Sarani, Gestaltwandler, die jedes erdenkliche Aussehen annehmen können, das sie sich wünschen.
Diese Fähigkeit hat ihnen auch den Beinamen ‚Die Spione Syans’ eingebracht und tatsächlich wird gemunkelt, dass der Gott diese Wesenheiten erschaffen hat, um jederzeit seine Finger in jedem Volk Shaylin’sayas behalten zu können, ohne dass dies seinen Geschwistern auffällt.
Es ist unnötig zu sagen, dass die Sarani ein relativ junges Volk sind, das Syan erst erschaffen hat, nachdem der Schatten in die Welt getreten ist und das von daher auch von ihm berührt wurde.
Ein Sarani besitzt keine feste Heimat. Man kann sie in jedem Volke Shaylin’sayas finden und wird sie dort nicht erkennen, denn sie nehmen nicht nur die Gestalt, sondern auch die Lebensweise ihres Wahlvolkes an.
Lediglich ein anderer Sarani kann einen Angehörigen seiner Spezies an einer speziellen Aura erkennen, die nur diese Wesen besitzen, vergleichbar mit einem hellen, bläulichen Schein, der sie umgibt.
Allerdings gibt es einen Makel, der die perfekte Tarnung eines Sarani nur allzu schnell zerstören kann – das wahre Wesen eines Gestaltwandlers wird nämlich sichtbar, sobald er in einen Spiegel sieht. Dort wird dann die Wahrheit offenbar, für jeden erkennbar, der ebenfalls seinen Blick auf den Spiegel richtet.
So verwundert es also nicht, dass die Sarani nichts so sehr fürchten, wie das silberne Glas eines Spiegels, das ihren Schein in Nichts auflöst, wenn sie sich darin spiegeln. Aber ebenso wenig ist es ein Wunder, daß die anderen Völker Shaylin’sayas gerne heimlich kleine Handspiegel mit sich führen, um jene zu überprüfen, denen sie nicht vertrauen.
Wie anfangs erwähnt, sind die Sarani sehr gute Spione und so manches Mal wurde schon ein Prinz oder eine Prinzessin gegen einen von ihnen ausgetauscht, um die Geschicke eines Landes in die richtige Richtung zu lenken oder mehr über die Pläne eines Herrschers zu erfahren. Wenn man den Sarani also eines nachsagen kann, dann sicherlich, daß sie das Mißtrauen noch stärker in die Welt gebracht haben.
Zudem sind die Sarani ein Volk, das niemand öffentlich in hohen Ehren halten würde – sie mögen zwar insgeheim das Ansehen derer genießen, denen diese geschickten Spione dienen, aber wer würde dies schon öffentlich zugeben wollen? Es ist klar – ein Sarani ist zur Einsamkeit verdammt und nicht jeder kann dieses Schicksal ohne Verbitterung ertragen.
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