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Die Nay'iisha

Kühl und nicht einzufangen, wie das Wasser, erscheinen die Na’yiisha dem einen als Schreckgestalt, dem anderen als wunderschöne Wesen von ätherischem Aussehen, je nachdem, welche Ziele sie verfolgen möchten.
Das Volk der Na’yiisha, auch oftmals als Wasservolk oder Wassergeister bezeichnet, bevölkert einen großen Teil der Flüsse Mora’veas, wo sie ihren Ursprung haben, sind jedoch auch auf den anderen Kontinenten, insbesondere auf Sidan’vea zu finden.
Dabei kann man hier nicht von Wesen reden, die in Städten oder Dörfern leben. Die Na’yiisha sind unabhängige Wesen, die ihr Leben damit verbringen zu wandern und niemals lange an einem Ort verweilen. Die einzige Bindung, die sie besitzen, ist die Bindung an das Wasser, jenes Element, daß ihnen das Leben ermöglicht und zu dem sie immer wieder zurückkehren müssen, wenn sie nicht sterben möchten.
Ein Na’yiisha, den man länger als 2 Tage von seinem Element fernhält, wird langsam austrocknen und hat kaum mehr als 4 weitere Tage zum leben, sofern er nicht in dieser Zeit mit einer größeren Wassermasse in Berührung kommt, in die er vollkommen eintauchen kann, um sich zu erholen. Er muss dann ebenso viele Tage im Wasser verbringen, bevor er überhaupt daran denken kann, sein Element wieder zu verlassen. Selbst dann wird er allerdings noch für einige Tage unter einer starken Schwäche zu leiden haben, die es ihm unmöglich macht, große körperliche Anstrengungen zu unternehmen.
Die Na’yiisha werden zumeist von den anderen Völkern Shaylin’sayas gefürchtet – dies liegt an dem Fluch, den dieses Volk seit seiner Entstehung mit sich trägt und der es stets nach der Liebe eines Wesens, das oberhalb des Wassers lebt, trachten lässt.
So neigen die Na’yiisha dazu, sich in ein Wesen zu verlieben, das sie oberhalb ihres Flusses sehen und dieses dann mit einem langen Kuss in die Tiefe zu ziehen, sobald es sich über das Wasser beugt, um einen Schluck zu trinken oder sich vielleicht auch nur zu waschen oder darin zu spiegeln.
Doch leider bedeutet dies zumeist den Tod für das Objekt ihrer Begierde, vergessen die Na’yiisha in ihrer Leidenschaft doch nur zu schnell, daß nicht alle Wesen unter Wasser überleben können, was deren schnelles Ende einläutet.
Normalerweise lässt dies einen Angehörigen des Volkes in tiefer Trauer zurück, oftmals geschieht jedoch eine anderweitige Wandlung mit dem betroffenen Na’yiisha und er wird bitter und böse, nutzt die vergangene Erfahrung nicht als Warnung, sondern als Grund, noch mehr Schaden anzurichten, um den Schmerz wieder und wieder zu erleben, den das sterbende Wesen unter Wasser empfindet und sich daran zu weiden. In diesen Fällen spricht man von den Schatten-Na’yiisha, sind sie doch deutlich von dem Schatten berührt worden.
Na’yiisha kennen keine Familie. Ähnlich den Fischen schlüpfen sie einfach eines Tages aus einem Ei und sind dann auf sich allein gestellt, müssen ihren Lebensweg alleine bestreiten. Dies ist wohl auch einer der Gründe, die sie eine solche ausgeprägte Gier nach Liebe und Wärme verspüren lassen. Das Wasser gibt ihnen keine wärmende Umarmung und die Einsamkeit nagt an ihnen, an jedem Tag ihres Lebens. Worte und Sprachen lernen sie erst dann, wenn es ihnen gelingt andere Wesen zu belauschen und von ihnen etwas aufzuschnappen. Dies ist ihr Talent, ebenso wie das Talent, sich zu verstecken und nahezu unsichtbar zu wirken, wenn sie etwas in Erfahrung bringen möchten.
Lediglich eines besitzen sie vom Tage ihrer Geburt an – ihren Namen, der ihnen von Dianare gegeben worden ist und den sie fortan als einzigen Besitz mit sich tragen.

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