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Die Korr’nar

Wenn die Shil’varenn die Hüter Mora’veas sind, so sind die Korr’nar diejenigen, die es wieder heilen, wenn Schaden entstanden ist und es zu neuem Leben erwecken. Baumformer nennt man sie oft, doch diese Bezeichnung ist irreführend, da die Korr’nar weitaus mehr sind als das.
Die Städte und Dörfer der Shil’varenn erstaunen mit den kunstvollen Bauwerken, die sich in die Natur eingliedern und ein Teil davon sind, doch es sind keineswegs die Hüter des Waldes, die sich für diese besondere Architektur verantwortlich zeigen, es sind die Korr’narr, die die Natur mit ihren Kräften formen, die sie zum Zeitpunkt ihrer Geburt von Dianare als Geschenk erhalten haben.
Ein Korr’narr vermag es, die Natur nach seinem Willen zu formen und zu beeinflussen. Er ist in der Lage, einen Baum so wachsen zu lassen, dass er ein behagliches Heim bietet und eine wahrhaftiges Blütenmeer zaubern kann, in dem das Gesicht seiner Geliebten zu erblicken ist.
Er kann ebenso die Wunden heilen, die ein Krieg hinterlässt, indem er neues Gras spriessen lässt und abgeschlagene Äste wieder an ihrem alten Platz zum wachsen bringt.
Niemals findet man eine Siedlung der Shil’varenn, ohne dass die Korr’nar ebenfalls dort zu finden sind und diese als ihre Heimat bezeichnen – und besitzen sie denn nicht das volle Recht dazu, nachdem sie diese schließlich erbaut haben? Die Völker Mora’veas erkennen jedenfalls den Wert der Korr’narr für ihren Lebensraum und ehren und respektieren sie aus diesem Grunde uneingeschränkt. Wenn die Shil’varenn also das Herz Mora’veas mit ihrer Kriegskunst gegen Feinde schützen, so sind es doch die Korr’narr, die es am schlagen halten und für sein Wohlergehen Sorge tragen.
Viele der Korr’narr fühlen sich den Pflanzen verbunden, die sie Tag für Tag heilen und formen und nicht wenige von ihnen, vermögen es sogar, mit ihnen zu kommunizieren und bezeichnen sie als Freunde, selbst wenn dies vielen anderen als seltsam erscheinen muss.
Doch so friedliebend die Korr’narr auch sein mögen – wenn man sie angreift, so wissen sie sich zu verteidigen, auch wenn ihnen das Geschick der Shil’varenn in der Kriegskunst fehlt. So lassen sie stattdessen ihre angeborene Magie wirken, um Feinde mit Schlingpflanzen zu fesseln oder sorgen für einen Schauer an Früchten, die von den Bäumen fallen. Nur selten greift ein Korr’narr zu metallenen Gegenständen, die verletzen können, lehnt er diese doch von Geburt an ab und kann sich nicht dazu überwinden, ein anderes Wesen so zu verletzen, dass Blut fließen muss. Den Krieg und das Blut vergießen überlassen die Korr’nar weitaus lieber ihren Brüdern und Schwestern von den Shil’varenn, schließlich hat Dianare beide Völker erschaffen, damit sie für alle Zeit nebeneinander existieren und sich ergänzen können und dies ist beiden auch nur zu gut bewusst.
Es ist ein uralter Pakt, der niemals verletzt werden darf, wenn Mora’vea Bestand haben soll und ein Verrat zwischen beiden Völkern, die doch so eng beisammen leben, wäre fatal für die Gesundheit des Kontinents und dessen Gleichgewicht. Der Fall würde unweigerlich erfolgen und das Herz Mora’veas ungeschützt zurücklassen – ohne seine Hüter und ohne seine Heiler, denn ein solch schwerwiegender Verrat würde beide Völker vernichten.
So existieren Shil’varenn und Korr’nar seit dem Anbeginn Shaylin’sayas einträchtig nebeneinander in dem Wissen, für den anderen unverzichtbar zu sein. Die größte Stärke Mora’veas, die jedoch zu der größten Schwäche werden kann.

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