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Die Issht'rin
Die Issht'rin, entstanden aus der Verbindung zwischen Asha und dem Schatten, waren das erste der drei Völker, denen der Schatten durch seine Verführungskünste Leben gegeben hat. Sie sind ein Abbild der Schönheit ihrer Mutter, gleichsam gesegnet mit ihrem feurigen Temperament und verflucht mit der dunklen Seele des Schattens, die ihnen eine kühle Überlegtheit und einen Hang zu Intrigen gegeben hat.
Nur sehr selten wird man die Issht'rin außerhalb von Städten antreffen, denn sie meiden die freie Natur, die ihrem Wesen nicht entgegenkommt und sie reisen nur höchst ungern und wenn, dann mit dem größtmöglichen Luxus.
Die Issht'rin sind Gift für die Seelen all jener, die mit ihnen in Berührung kommen und wie dafür geschaffen, durch dunkle Gassen zu schleichen und Leben zu nehmen, wenn sie es wünschen. Ja, ein Issht'rin ist tödlich in jeglicher Hinsicht.
Mit schlanken Körpern gesegnet, die biegsam sind wie der Körper einer Schlange und die nahezu keine Knochen zu besitzen scheinen, wenn sie es wünschen, wirken sie auf eine düstere Art und Weise attraktiv und anziehend.
Oftmals findet man Issht'rin in den Haushalten von höher gestellten Persönlichkeiten und an den Höfen Valorin'veas, wo sie in Ruhe ihre Intrigen spinnen können und schließlich deren Früchte ernten. Nichts bereitet einem Issht'rin mehr Freude, als zu erleben wie ein guter Plan langsam aufgeht und Unglück über all jene bringt, die darin verstrickt worden sind. Ihre geschickten Worte können gleichermaßen verführen, wie vergiften und nur wenige können sich für lange Zeit dem Einfluss eines Issht'rin entziehen.
Die Dunkelheit und der Schatten sind die Freunde dieses Volkes, aus dem überaus viele legendäre Diebe und Assassinen hervor gegangen sind. Kein anderes Volk besitzt die gleichen Talente in diesem Ausmaß - jene Geschicklichkeit sich durch die engsten Durchgänge zu zwängen und auf den schmalsten Vorsprüngen zu laufen, ohne dabei wahrgenommen zu werden. Jene Fähigkeit, sich ohne jedes Geräusch zu bewegen und an den glattesten Wänden empor zu klettern. Und jene Skrupellosigkeit, ein Leben ohne jedes Bedauern auszulöschen, sei es mit dem geübten Stoß eines Dolches oder mit einem langen Kuss in einer leidenschaftlichen Liebesnacht.
Der Kuss eines Issht'rin ist tödlich, wenn er es wünscht. Dies ist das besondere Geschenk, das der Schatten seinen Kindern gegeben hat - das Gift, dass ihr Kuss in seiner Leidenschaft ohne jegliche Spur in seinem Opfer hinterlässt und das innerhalb weniger Minuten den Tod bringt.
Es gibt kein Gegenmittel gegen den Kuss eines Issht'rin und es ist unwahrscheinlich, dass jemals eines gesucht werden wird - denn kein Issht'rin würde dieses Geheimnis jemals verraten.
Doch wie alles im Leben, so hat auch dieser Kuss seinen Preis - denn jedes Mal, wenn ein Issht'rin auf diese Weise ein Leben stiehlt, hinterlässt dies eine Narbe auf seinem Körper, die niemals richtig verheilt und stets schmerzt, um ihn an das Opfer zu erinnern, dessen Leben er genommen hat.
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