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Die Al'yiena

Sie sind eines der bekanntesten Völker Sidan’veas und dies aus mehreren Gründen – die Al’yiena sind ebenso für ihre unglaubliche Schönheit und ihr schimmerndes, langes Haar berühmt, wie für ihre Verführungskünste, ihre leuchtenden Augen, ihr Geschick im Umgang mit Pfeil und Bogen – und die unumstößliche Tatsache, daß es sich bei diesem Volk ausschließlich um Frauen handelt.
Durch eine interessante, genetische Veranlagung, sind alle Kinder, die eine Al’yiena zur Welt bringen kann rein weiblich. Aus welchen Gründen dies so sein mag, ist nicht bekannt, man munkelt jedoch, daß Syan seine besondere Freude an diesem Volk hat und öfters in Verkleidung aus seinem Reich herabsteigt, um sich mit einer besonders schönen und vielversprechenden Al’yiena zu verbinden.
Die daraus entspringende Tochter zeigt schon früh besondere Fähigkeiten oder eine Schönheit, die noch über die der anderen erhaben ist – kein Wunder, daß sie in ihrem Stamm eine sehr spezielle Rolle spielen wird, sei es als Führungskraft oder als spirituelle Leitung.
Dem Schöpfungsmythos der Al’yiena zufolge, entstand dieses Volk, als Syan die schönste Frau der drei Kontinente zu seiner Frau nahm und ihr zu Ehren das Volk nach ihrem Vorbild schuf, um es ihr als Gabe zur Hochzeit zu übergeben.
Noch heute wird diese Frau als Mutter der Al’yiena an Syans Seite verehrt und ist unter dem Namen Amar’yiena, Mutter der Schönheit, bekannt. Andere Völker ignorieren diesen Kult und behandeln ihn normalerweise als eine Extravaganz der Al’yiena, was diese nicht sonderlich zu bekümmern vermag.
Die Al’yiena leben gewöhnlicherweise in Stämmen, deren Gründung bis zur ersten Mutter des Stammes zurückverfolgt werden können und die sich auf ein bestimmtes Totemtier berufen. Dies klingt zunächst ausgesprochen barbarisch, verwunderlicherweise ist es dies jedoch nicht. Denn obgleich die Al’yiena in Dörfern inmitten der Wälder Sidan’veas leben, findet man dort allerlei Luxus – von parfümierten Badeölen über kostbare Kissen und Stoffe bis hin zu erlesenen Speisen und dem Brunnen des Mondes – jener Einrichtung des spirituellen Lebens dieses Volkes, die normalerweise mit äußerster Strenge bewacht wird. Der Grund hierfür ist einfach – man sagt dem Wasser des Brunnens nach, daß es die unglaubliche Schönheit der Al’yiena verleiht, wenn man es zeitig in jeder Vollmondnacht des Jahres zu sich nimmt. Gerüchteweise trägt eine Al’yiena auf Reisen jederzeit ein Fläschchen des Wassers aus ihrem Heimatdorf mit sich und teilt es sich in Rationen ein, da sie sonst ihre Schönheit mit jedem Vollmond abnehmen würde, bis nur noch ein hässliches, verrunzeltes Weib zurückbleibt.
Es verwundert also nicht, daß dieses Wasser von anderen Völkern sehr begehrt wird und daß dies einer der Gründe ist, warum die meisten Al’yiena ihre Kampfkunst bis zur Perfektion zu verfeinern trachten. Eine Al’yiena ist eine gefährliche Gegnerin, die man trotz ihrer Weiblichkeit und ihres zarten Körperbaus niemals unterschätzen sollte.

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