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Y'riani na'Idaria, Prinzessin der Al'yiena
Schon seit sechs Abläufen der Jahreszeiten nimmt Y'riani na'Idaria den Platz der Hochprinzessin der Al'yiena am Hofe von Mira'Skarith ein - eine Tatsache, die ebenso für ihre Beliebtheit und das Vertrauen, das ihr Volk in sie setzt, spricht, wie auch dafür, dass Y'riani ein außergewöhnliches Geschick dafür besitzt, sich in ihrer Position zu halten.
Dabei ist es verwunderlich, dass es die einstmals vollkommen unbekannte Al'yiena aus dem Stamm der Idaria überhaupt zu solchen Ehren gebracht hat. Um ihre Befähigung zu einer Hochprinzessin zu verstehen, muss man sich also zwangsläufig mit ihrer Vergangenheit befassen, die einige faszinierende Facetten aufweist.
So wuchs Y'riani nicht bei ihrem Stamm auf, sondern lebte zunächst mit ihrer Mutter, einer Al'yiena Kurtisane, am Hof von Mira'Skarith, bevor sie erst im Alter von sechzehn Jahren zu ihrem Volk zurückkehrte, um dort ihre Wurzeln zu finden. Es dauerte nicht lange, bis das junge Mädchen zum ersten Mal mit den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Idaria und dem Stamm des Fuchses konfrontiert wurde und ihr langes Haar dabei dem Schwert eines wütenden Mas'Turak Kriegers zum Opfer fiel.
Verletzt und gedemütigt schwor das Mädchen bittere Rache und erlernte fortan unermüdlich den Umgang mit ihrer liebsten Waffe, dem Langdolch, den sie bis zum heutigen Tage an ihrem Körper trägt. Aus dem naiven Mädchen wurde eine geschickte Kriegerin, die nach und nach immer mehr Verantwortung für ihren Stamm übernahm und der es schließlich gelang, ihren Zopf in einem nächtlichen Überfall auf den Stamm des Fuchses zurück zu erobern. Mutig und kühn hatte sie sich eine Position innerhalb des Stammes der Idaria erarbeitet, in der viele Al'yiena zu ihr auf blickten und sie bewunderten.
Y'riani, die nun stets den Zopf bei sich trug, war bei den angeschlagenen Idaria zu einem Symbol geworden. Erfolgreich bekämpfte sie die Mas'Turak und schließlich gelang es ihr, die Überfalle der Füchse zurück zu schlagen und den Idaria friedlichere Zeiten zu bescheren. Die Grenzen So'viereas schienen nun endlich gesichert und für eine Weile endeten die Versuche der Mas'Turak, in den Sommerwald vorzudringen, was mit einem wackligen Friedensvertrag untermauert wurde.
Y'rianis Ruhm verbreitete sich unter den Al'yiena und schon bald war der Name der mittlerweile Zwanzigjährigen nahezu jeder von ihnen ein Begriff, der gleichsam ein Zeichen dafür war, dass keine Al'yiena sich vor einem Mann zu fürchten brauchte. Ihre Wahl zur Hochprinzessin, die fünf Jahre später erfolgte, war eine logische Folge ihres Aufstiegs und ihres Ruhms unter ihren Schwestern. Denn wer könnte die Al'yiena am Hof der Mondkönigin besser vertreten als jene Frau, der es gelungen war, die ewig andauernden Streitigkeiten zwischen den Idaria und den Füchsen zu zum Stillstand zu bringen?
Doch am Hof der Mondkönigin werden Kämpfe nicht mit Klingen und Pfeilen ausgetragen. Hier zählt eine andere Art von Geschick und Y'riani lässt keinen Zweifel daran, dass sie auch dieser Aufgabe gewachsen ist. Hier zahlt es sich also aus, dass sie an genau diesem Hof aufgewachsen ist und schon von klein auf mit den Intrigen und Ränkespielen vertraut ist.
Y'riani bewegt sich sicher auf diesem glatten Parkett und macht auch in Samt und Seide und mit ihrem aufgesteckten, bronzefarbenen Locken eine gute Figur - wobei sie jedoch trotz allem immer darauf achtet, dass ihr Dolch an einer gut erreichbaren Stelle sitzt und ihre Kleider einen Schnitt aufweisen, mit dem sie sich gut bewegen kann.
Lediglich ihre aufbrausende Art und ihr schnell erwachender Rachedurst beeinträchtigen ihre diplomatische Haltung gegenüber den anderen Hochprinzen von Zeit zu Zeit. Dies und die Tatsache, dass nun seit einem Jahr ausgerechnet Mondwolf zum Hochprinzen der Mas'Turak gewählt worden ist. Jener Mann, mit dem Y'riani vor nicht allzu langer Zeit eine folgenschwere Begegnung in den Bergen von Ariie hatte, die sie einiges über Vorurteile gelehrt hat. Es fällt Y'riani immer schwerer, ihre Gefühle für diesen Mann zu verbergen und nicht zu erröten wenn er sie mit seinen eisblauen Augen mustert.
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