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Syan, Gott des Mondes
Syan, Gott des Mondes, Gott der Nacht. Er liebt die Dunkelheit und die finsteren Gestalten, die diese mit sich bringt. Nicht selten wird Syan von jenen verehrt, die sich mit Geheimnissen beschäftigen oder etwas zu verbergen haben, oftmals auch von Dieben und anderen Gestalten der Nacht - kein Wunder, dass der Schatten seine Freude an ihm hat.
Schon von jeher war Syan der Intrigant unter den Geschwistern und dies hat sich niemals verändert, gibt es doch nichts, was ihn glücklicher macht als eine gelungene Intrige oder ein Geheimnis, das bewahrt werden muss. Nun - allerhöchstens eine schöne Frau kann ihn davon ablenken, denn dies ist eine der größten Schwächen dieses Gottes, der schließlich die Al'yiena erschaffen hat.
Doch natürlich sind dies nicht die einzigen Facetten des Gottes. Der Blick in die Zukunft ist für Syan ebenso interessant wie der Einblick in alte Geheimnisse und er teilt mit seiner Schwester Asha das Interesse für die Schönheit in all ihren Spielarten, besitzt gar eine Ader für die Kunst und eine Schwäche für Traditionen, die sich in seinen Schöpfungen wieder findet.
Doch all dies ändert wiederum nichts daran, dass Syan ein Verführer ist, ein Blender, der nur zu gerne mit seinen Geschöpfen spielt oder diese gegeneinander ausspielt, als seien sie nichts als Spielsteine in einem aufregenden Spiel. Selten verschwendet er dabei einen Gedanken daran, dass er es mit Lebewesen zu tun hat, die einen eigenen Willen und ein eigenes Wesen besitzen.
Nur zu gerne mischt sich auch Syan unter seine Kinder, erfindet dabei immer neue Verkleidungen und ändert seine Gestalt, so wie es ihm am Besten gefällt und wie es seinen Zielen dient. Lediglich seine Frau, Amar'yiena, die tatsächlich die Mutter der Al'yiena ist, vermag es noch, ihn zu zähmen - doch ihr Einfluß auf Syan schwindet langsam, während sich der Schatten seiner immer mehr bemächtigt.
Einstmals liebte Syan seine Frau und seine Kinder über alles und er würdigte keine andere Frau mehr eines Blickes, lebte zufrieden an ihrer Seite und erfreute sich seiner Schöpfungen. Doch als der Schatten kam, änderte er sich. Der Gott wurde grüblerisch und düster, während ihm eingeflüstert wurde, dass Amar'yiena untreu sei und sich mit Sterblichen vergnüge, wenn er nicht in der Nähe sei. Immer tiefer bohrte sich der Schatten in Syans Gedanken und entfremdete ihn seiner Frau, erweckte seine Vorliebe für Intrigen zu neuem Leben und ließ ihn nach mehr Macht und Einfluß auf der Welt dürsten, um sich von der Untreue abzulenken.
Aus Syan wurde wieder der alte Verführer und seine Arroganz blendete ihn, bis er auf Asha und Dianare herabsah und sie nicht mehr als Seinesgleichen empfand.
Der Schatten redete Syan ein, dass Asha, die Göttin der Leidenschaft, einen schlechten Einfluss auf Amar'yiena habe und sie zur Untreue und Zügellosigkeit verführte, während Dianare einfach zusah. War es schließlich nicht so, dass Dianare wütend auf ihren Bruder war, weil er ihren Geliebten ablehnte? Welch ein Genuss musste nun Amar'yienas Untreue für sie sein?
Die Wut über den Verrat seiner Schwestern begann in Syan zu kochen und Pläne reiften heran, um Rache an ihnen zu nehmen, indem er sie an ihren empfindlichsten Stellen traf. So erschuf er als die Sarani als seine Instrumente und arbeitet nun unermüdlich daran, seine Schwestern zu bestrafen. Nur Amar'yiena ist es noch, die sein Herz besänftigen kann, denn er liebt sie noch immer und vermag es nicht, ihr etwas anzutun. Dennoch sieht er in ihren Bemühungen nur den Schutz seiner unwürdigen Schwestern und gibt ihnen allein die Schuld an Amar'yienas Betrug - unfähig, sie selbst anzugreifen.
Syan nimmt für gewöhnlich das Aussehen eines gut aussehenden Mannes von schlanker aber muskulöser Gestalt an, der strahlend blaue Augen besitzt, in denen jeder, der hineinblickt, einen Hauch seiner Zukunft erahnen kann. Sein Haar ist schwarz und voll, manchmal lang und glatt, dann wieder kurz geschnitten, wenn es Syan danach verlangt.
Oft spielt ein spöttisches Lächeln über seine Züge und er bevorzugt es, sich in den Farben der Nacht zu kleiden, kombiniert mit reinem Silber.
Seit Amar'yienas scheinbarem Verrat, erreicht sein Lächeln nicht mehr seine Augen und nur selten sieht man Wärme darin, während er in seinem Reich Tirash darauf lauert, dass endlich der Tag seiner Rache kommt. Jener Tag, der nur durch Amar'yiena und die Wahrheit über den Schatten erhindert werden kann.
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