Dianare, Göttin der Sterne

Stets war sie das ausgleichende Element zwischen Sonne und Mond, die gütige Göttin der Natur, die Allianzen geschmiedet und die Balance erhalten hat. Dianare, die Mutter der Sterne, die Mutter der Erde - beinahe die wahre Mutter Shaylin'sayas, denn niemand sonst hätte diese Welt zum Leben erwecken können.
Zwei Gestalten vereinen sich in dieser Göttin und in diesen Gestalten wandelt sie über ihre geliebte Welt, selten als göttliches Wesen zu erkennen, da sie es vorzieht, für eine einfache Shil'varenn oder eine einfache Korr'nar gehalten zu werden. So nimmt sie oft die Gestalt einer Shil'varennkriegerin an, die mit ihrem uralten Boden und den silbernen Pfeilen ihre Kinder verteidigt und niemals ihr Ziel verfehlt. Einer Rachegöttin gleicht Dianare dann, die persönlich in die Geschicke der Welt eingreift, wenn Gefahr droht oder ein großes Unrecht geschehen ist. Bekannt als die große Jägerin, die auf einem riesigen, weißen Hirsch reitet und die immer dann erscheint, wenn Mora'vea große Gefahren drohen, wird sie insbesondere von den Shil'varenn in dieser Gestalt verehrt.
Die andere Gestalt, in der sie ihren Kindern erscheint, wenn sie aus ihrem Reich Iriliamar herabsteigt ist die einer Korr'narheilerin, die über große Macht verfügt und die schlimmsten Wunden heilt, über Leben und Tod entscheidet und wahre Wunder vollbringt. Dann gilt sie als die Mutter allen Lebens, die eine Sanduhr mit sich trägt, mit deren Hilfe sie über das Schicksal eines Wesens entscheidet. So symbolisiert der Sand das Leben und Dianare kann die Uhr im letzten Moment umdrehen, um neues Leben zu schenken - oder es einfach verrinnen lassen.
Diese beiden Gestalten zeigen das Wesen der Göttin in aller Deutlichkeit - die Kriegerin, die schützt und jagt oder die Mutter des Lebens, die Heilung bringt und den Kreislauf des Lebens bewahrt. Nichts liebt Dianare mehr als die freie Natur, die Pflanzen und die Tiere in all ihrer Vielfalt und Pracht und nach nichts trachtet sie mehr, als dieses Leben zu erhalten.
Weder Syan noch Asha sind ihrer Schöpfung so nah wie Dianare und lange hat der Schatten gebraucht, bis er in der gütigen und gerechten Göttin eine Schwäche gefunden hat, obgleich sie doch so gut sichtbar auf der Hand lag.
Es ist die Liebe Dianares zu ihren Kindern, die sie verletzlich macht, der Wunsch, sie zu schützen und zu behüten. Wie einfach war es für den Schatten, dies für sich zu nutzen, Dianare einzuflüstern, dass Ashas Feuer die Wälder Mora'veas bedroht und Syan danach trachtet, die Kinder Dianares zu seinen eigenen zu machen, um seine Macht zu vergrößern. Lange lehnte Dianare diese Einflüsterungen ab und konnte sich des Schattens erwehren und selbst nun, da sie unter seinen Einfluß geraten ist und damit begonnen hat, Anzeichen dafür zu finden, dass seine Einflüsterungen der Wahrheit entsprechen, versucht sie doch, das Gleichgewicht zu erhalten und Streit zwischen Asha und Syan zu schlichten.
Sorgenvoll sind Dianares liebliche Züge nun geworden, wenn sie ihre Geschwister betrachtet, deren Differenzen zu Hass geworden zu sein scheinen und misstrauisch sind ihre Augen, wenn sie in beiden Anzeichen dafür entdeckt, dass der Schatten die Wahrheit spricht. Zu verlockend ist die Aussicht darauf, dass die Wälder sich noch weiter über die Kontinente ausbreiten, die Wüsten Valan'veas mit Leben erfüllen und die Kahlheit der Gebirge Sidan'veas lindern. Nein, Dianare möchte nichts Böses tun, doch vielleicht ist sie zu verblendet, um zu erkennen, dass Shaylin'saya mehr braucht, als nur ihre Wälder und das Licht der Sterne, um das Land zu heilen.

Dianare, natürlich, wo Asha Schmuck benötigt, bescheiden, wo Syan Prunk und Reichtum hortet - die Mutter der Natur achtet kaum auf solche weltlichen Dinge und lehnt alles ab, was nicht der Natur entspringt. So findet man sie niemals mit etwas anderem als frischen Blüten geschmückt, die niemals welk werden und die sie in ihre kastanienfarbenen Haare einflechtet. Augen, so grün wie frisches Laub, strahlen aus ihrem Gesicht heraus und wechseln die Farbe mit ihrer Stimmung, funkeln hell, wenn sie fröhlich ist und werden bedrohlich dunkel, wenn sich der Zorn über ihren Gleichmut legt und ihn erstickt. Stets sieht man das Laub und ihre Wälder durch ihre Augen tanzen und niemals spiegelt sich ihr Gegenüber darin.
Ähnlich wie Asha und Syan, hat auch Dianare sich vor langer Zeit einen Liebhaber aus den Reihen der Korr'nar erwählt und hat ihm ewiges Leben geschenkt, was ihren Geschwistern ein Dorn im Auge ist. Doch Dianare stört sich nicht daran, liebt sie ihn doch schließlich wirklich und kann einfach nicht von ihm lassen.

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