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Wolkenlilien
Ein gar merkwürdiges Gewächs ist die Wolkenlilie, doch es fällt nicht schwer zu erraten, woher ihr Name rührt, wenn man die außergewöhnliche Pflanze näher betrachtet. Die weißen Blütenblätter einer Wolkenlilie sind beinahe durchscheinende, zerfetzt wirkende Gebilde, die sich bei einer Berührung in alle Himmelsrichtungen verteilen und einfach davon wehen. Wer nun allerdings glaubt, dass eine Wolkenlilie danach nackt zurückbleibt, der könnte sich nicht gravierender täuschen - Wolkenlilien bilden im Verlauf einer Nacht ihre Blütenblätter neu und sobald die Sonne aufgeht, erstrahlen sie wieder in ihrem alten Glanz.
Normalerweise findet man Wolkenlilien nahezu ausschließlich auf Sidan'vea, wo sie ihren Ursprung hat. Allerdings ist sie eine höchst beliebte, verblüffende Zier und so versuchen sich Pflanzenkundige auf allen Kontinenten daran, die robuste Pflanze zu ziehen - meist um damit die Gärten jener zu schmücken, die sich die komplizierte Beschaffung einer Wolkenlilie leisten können.
Kompliziert ist die Beschaffung einer Wolkenlilie durch ihren ausgeprägten Schutzmechanismus, denn die Zerstäubung der Blütenblätter ist keineswegs eine seltsame Eitelkeit der Natur. Der feine Schleier hat die Wirkung eines starken Schlafmittels, wenn er freigesetzt wird und wer eine Wolkenlilie ausgraben möchte, der darf sich erst einige Schutzmaßnahmen einfallen lassen, wenn er nicht immer wieder dabei einschlafen möchte. Der feine Schleier durchdringt jegliche Art von Stoffen mit denen man sich schützen könnte und ist alles andere als leicht abzuschütteln. Für gewöhnlich dauert ein durch eine Wolkenlilie ausgelöster Schlaf für gut zehn Stunden an, je nachdem wie stark die Dosis des Schleiers war, die man eingeatmet hat.
Es verwundert hierbei jedoch nicht, dass nicht wenige daran interessiert sind, die Blütenblätter der Wolkenlilie für ihre eigenen Zwecke einzusetzen - von daher ist ihre Beschaffung nicht nur ein sehr kompliziertes, sondern auch ein äußerst lukratives Geschäft. Zumindest dann, wenn man eine Taktik ausarbeiten kann, um den Schutz der Pflanze zu umgehen.
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