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Silberdorn
Kaum eine Pflanze könnte zwiespältiger sein als der Silberdorn, denn er kann gleichsam Leben nehmen und Leben geben. Der Silberdorn ist gemeinhin ein großer Busch mit dichten, dunkelgrün glänzenden Blättern, der während der Zeit der Ersten Blüte zarte, winzige Blüten bildet, die im Sonnenlicht silbrig schimmern. Zur Zeit des Feuers der Sonne reifen diese schließlich zu ebenso kleinen, silbernen Beeren heran, deren Verzehr jedoch fatal ist. Denn diese Beeren enthalten ein tödliches Gift, das in der richtigen Dosis sogar einen Mas'Turak Barbaren mühelos töten kann.
Die Beeren des Silberdornes haben dabei keinen Eigengeschmack, wenn man sie zum richtigen Zeitpunkt, in der Mitte des Feuermondes, erntet. Geschieht dies jedoch zu spät, so bilden sie einen süß-sauren, verräterischen Geschmack mit einer leicht bitteren Note aus, der ein deutlicher Hinweis auf ihr Vorhanden sein ist.
Erntet man die Beeren jedoch zu früh, so besitzt das Gift noch nicht seine volle Wirkung und verursacht wenig mehr als eine ausgeprägte Übelkeit, die für gut 5 Tage anhält und den armen Vergifteten an sein Lager fesselt. Danach könnte er recht rachsüchtig reagieren - es ist also angeraten, die Beeren niemals zu früh oder zu spät zu ernten.
Während der Zeit des Zwielichts wirft der Silberdorn seine Beeren schließlich ab und an ihrer Stelle bilden sich lange, silberne Dornen, die schärfer sind als ein gut geschliffener Dolch. Diese Dornen entfalten während dem Eisigen Hauch schließlich ihr volles Potential und bilden in den frühen Morgenstunden eines jeden Tages einen Tau, der jede Wunde heilen kann.
Dieser Tau wird gerne von Heilkundigen aufgefangen, um daraus ein starkes Wundheilmittel herzustellen - allerdings ist die abgegebene Menge nur sehr gering, so dass diese Arbeit sehr viel Geduld erfordert und nur sehr wenig von dem Heilmittel hervor bringt.
Es ist also nicht verwunderlich, dass der Saft des Silberdornes überaus begehrt ist - und noch weitaus seltener.
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